Herbert und Bunker Hunt
Herbert und Bunker Hunt kauften den Silbermarkt nahezu leer und setzten damit das komplette Familienvermögen aufs Spiel. Mit Silberspekulationen verloren Sie fast alles und können dank altem Reichtum aus der Ölzeit trotzdem auf ein sattes Restvermögen blicken!
Das Öl hat sie schwerreich gemacht: Der Familienclan Hunt entdeckte in den 30er Jahren das damals größte Ölfeld der Welt in Kilgore in Texas (USA). Das entdeckte Ölfeld machte den Clan so reich, dass Sie 1960 als die reichsten Menschen eingestuft wurden – reicher als die Rockefellers.
Dieser Tage wird der Name Hunt nicht mehr mit dem schwarzen Gold verbunden sondern mit einem der schwerwiegendsten Fehler im Edelmetallhandel. Der Fehler war so schwerwiegend, dass die Familien beinahe Ihr komplettes Vermögen verloren haben.
Kurspotential vermutet
In den 70er Jahren spekulierten Nelson Bunker und William Herbert Hunt mit Silber. Sie taten dies nicht aus Raffgier oder aus Spekulationssucht sondern zur Wahrung des Familienvermögens. Der Hunt`sche Familienclan investierte in Grundstücke und Immobilien. Restbestände in und um Dallas aus der Blütezeit gehören Ihnen noch heute. Der andere Investmentschwerpunkt waren Edelmetalle. Da es seit 1933 Amerikanern verboten war privat Gold zu besitzen, griffen Sie zum Edelmetall Silber. Der Preis lag damals bei knapp 1,5 US Dollar je Unze, was enormes Wertsteigerungspotential vermuten lies.
Von 1970 bis 1973 kauften die beiden Brüder erstmal etwa 200.000 Unzen Silber. In diesem Zeitraum verdoppelte sich der Silberpreis auch tatsächlich auf 3 US Dollar je Unze. Danach folgten weitere große Zukäufe. Die Brüder ließen sich das Silber auch physisch liefern, was sehr ungewöhnlich war. Aber die Inflation schritt stark voran. Die Brüder schafften ihr Silber schließlich in die Schweiz, angeblich aus Angst der Staat könnte einst wie schon Gold auch Silber konfiszieren.
Von 1975 bis 1980 versuchten die Hunt`s durch weitere gewaltige Zukäufe das weltweite Angebot zu verknappen um damit den Preis zu treiben. Die Hunt`s setzten alles auf eine Karte: Familienmitglieder, der Schah von Persien und sogar der König von Saudi Arabien konnten von Ihnen überzeugt werden. 1979 kauften Sie also nochmals sagenhafte 40 Millionen Unzen Silber. Daraufhin verdoppelte sich der Silberpreis ein weiteres Mal auf 16 US Dollar je Unze Feinsilber.
Der Rohstoffbörse Comex war diese Entwicklung nicht mehr geheuer, denn was würde passieren wenn die Hunt`s auch dieses Volumen physisch in Silberbarren ausbezahlt bekommen wollten? Das würde zu einer deutlichen Verknappung der für die Industrie zur Verfügung stehenden Silber Ressourcen führen. Daher beschloss man, dass ab 1980 jeder Investor nur noch 3. Mio. Unzen Silber besitzen darf.
Die Brüder konterten und kauften mit anderen Investoren weiter Silber auf und der Preis kletterte auf unglaubliche 30 US Dollar je Unze. Doch auch die Börse reagierte und schränkte die Kontraktzahl weiter ein und schließlich wurde der Handel sogar ausgesetzt. Die Folge: Der Silberpreis brach komplett ein.
Welche genauen Beweggründe hinter der Strategie steckten ist unklar. Bunker und Herbert Hunt hüllen sich dazu bis heute in Schweigen. Die Brüder sind heutzutage übrigens 81 und 78 Jahre alt.